Um die Zielsetzung einer spürbaren Steigerung bei der effizienten Nutzung von Energie im Gebäudesektor zu erreichen, sind vielerorts Änderungen der Rahmenbedingungen erforderlich. „Die Frage, welche Politikinstrumente umgesetzt werden müssen, um diese wesentlich rascher als bisher breit zu implementieren, ist die Kernaufgabe dieser Arbeitsgruppe,“ so Heinz Felsner, Projektleiter der Initiative und Vorstandsmitglied von respACT austrian business council for sustainable development.
Die wichtigsten Forderungen:
- Ausbau einer im Vergleich zur Neubauförderung attraktiven Sanierungsförderung. Ziel sollte sein, dass zumindest die Hälfte der Wohnbaufördermittel in die thermisch-energetische Bestandssanierung fließt. Zusätzlich ist es erforderlich, dass„sanierungsfreundlichere“ wohnrechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
- Einführung einer Differenzierung bei der Besteuerung von gewerblichen Immobilienunternehmen und Eigentümern privater Immobilien in Abhängigkeit von der thermisch-energetischen Qualität des Immobilienbestandes. Dies ist als Teil einer ökologischen Steuerreform anzusehen.
- Da gerade in Nicht-Wohngebäuden der Energieverbrauch weiterhin stark steigt, ist in diesem Segment die Umsetzung eines Instrumentenbündels erforderlich, z.B.: die Einführung von Mindeststandards für Neubau und umfassende Sanierung auf Basis der Gesamtenergieeffizienz (wie sie zwar für Wohngebäude, nicht jedoch für Nicht-Wohngebäude vorgesehen ist); die Forcierung des Contracting-Ansatzes in öffentlichen und privaten Dienstleistungsgebäuden; Schwerpunktprogramm(e) zur Sanierung des energetisch schlechtesten Drittels öffentlicher Gebäude.
Die unterzeichnenden Mitglieder der Initiative „Energieeffizienz in Gebäuden“ fordern die angesprochenen Gebietskörperschaften und Institutionen auf, die vorgeschlagenen Politikinstrumente im Sinne der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und der im Regierungsprogramm festgelegten Zielsetzungen - auch für Österreichs Beiträge zur Klimapolitik - zügig umzusetzen. Dazu der Präsident von respACT austrian business council for sustainable development, Peter Oswald: „Die Wirtschaft steht bereit, aber sie braucht Klarheit. Neben den positiven Effekten für den österreichischen Energieverbrauch ergäbe sich auch ein Wachstumsimpuls für viele Unternehmen, was in der gegenwärtigen Abschwungsphase wichtig ist. Dies ein Beispiel, wie sich Ökologie und Ökonomie ergänzen."
Weitere Zitate zur Initiative:
"Beträchtliche Zuwächse im Energieverbrauch in Dienstleistungsgebäuden müssen nicht sein. Entscheidend ist, dass Primärenergie nur dort eingesetzt wird, wo sie unbedingt gebraucht wird. Die OeKB hat gezielt investiert: In Wärmerückgewinnungen, geschlossene Cooling Units im IT-Bereich etc. Viele kleine Einzelmaßnahmen lassen sich in denkmalgeschützten Gebäuden realisieren. Wir glauben, dass diese Initiative Ideen transportiert und Möglichkeiten aufzeigt, die jedenfalls sichere Investitionen für die Zukunft darstellen.", so Dr. Balogh, OeKB, Direktorin und Leiterin der Abteilung „Organisation, Bauen, Umwelt und Sicherheit"
Die Raiffeisen evolution project development GmbH ist ein in Österreich, Zentral- und Osteuropa tätiges Immobilien-Unternehmen mit Sitz in Wien. Das Portfolio von Raiffeisen evolution beinhaltet vor allem Wohn- und Bürogebäude, aber auch Hotels, Einkaufs- und Fachmarktzentren sowie gemischt genutzte Objekte. Dazu DI Gerald Beck, Geschäftsführer der Raiffeisen evolution project development GmbH: "Wir als Raiffeisen evolution erachten die derzeitigen Fördermöglichkeiten für private Bauträger wie uns als unzureichend. Wir bemerken von Kundenseite zwar eine ständig steigende Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden, die Bereitschaft, dafür Mehrkosten zu tragen, ist seitens unserer Kunden jedoch noch nicht vorhanden. Am Ende des Tages muss sich die Errichtung von energieeffizienten Gebäuden auch rechnen, d.h. die Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein, damit sich energieeffizientes Bauen rasch durchsetzt. Vorschriften allein werden da nicht ausreichen."
Initiativenpartner:
DI Heinz Felsner, Projektleitung und Vorstandsmitglied respACT - austrian business council for sustainable development
Dr. Herbert Greisberger, Generalsekretär ÖGUT - Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
Mag. Klemens Leutgöb, Geschäftsführer e7 Energie Markt Analyse GmbH
Dr. Robert Korab, Geschäftsführer raum & kommunikation - Korab KEG
Dr. Stefan P. Schleicher, Universitätsprofessor Wegener Center for Climate and Global Change, University of Graz
DI Heinz Felsner zum Energieverbrauch
MMag. Peter Oswald zum Ziel
Dr. Robert Korab zur Bausubstanz
Dipl.-Ing. Gerald Beck zu den Förderungen
DI Dr. Eveline Balogh: Beispiel für Renovierung
