Sunday 31. July 2016
19.09.2012

CSR-Tag 2012: Rio+20 - auf dem Weg zu einer green economy

Beim 7. CSR-Tag drehte sich alles rund ums Thema green economy

Rund 250 BesucherInnen nahmen am 18. September 2012 am 7. Österreichischen CSR-Tag im Haus der Industrie teil. Vor dem Hintergrund des UN-Weltgipfels in Rio de Janeiro im Juni dieses Jahres wurde diskutiert, wie Österreich den Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung begegnen kann.

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Die Bilanz der letzten 20 Jahre - von der ersten Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio bis heute - ist ernüchternd: globale Treibhausgasemissionen steigen weiter an, wovon 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen von nur 19 Ländern produziert werden, der Verbrauch von fossilen Energieträgern steigt, die Artenvielfalt hat sich verringert, Berichte über Naturkatastrophen haben sich fast verdoppelt und der Energieverbrauch in den Industriestaaten ist 12 Mal so hoch wie jener in Entwicklungsländern. Mit diesen Fakten des UNEP (United Nations Environment Programme) leitete der Moderator Johannes Kaup den 7. Österreichischen CSR-Tag ein.

 

Christian Friesl, Leiter der Gesellschaftspolitik der Industriellenvereinigung, betont, wie wichtig es ist, Antworten auf diese Herausforderungen zu finden. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen aber einen Trend in die richtige Richtung. Heimische Unternehmen integrieren CSR verstärkt in ihr Kerngeschäft und setzen vermehrt auf Gesamtengagement statt auf Einzelprojekte. In Österreich ist diese Aufwärtsspirale vor allem an der (Weiter-)Entwicklung des TRIGOS, am nationalen CSR-Aktionsplan und am 15jährigen Bestehen von respACT ersichtlich.

 

„Wir können uns nicht nur auf die Politik verlassen, wir als Unternehmen müssen selbst handeln.“

Peter J. Oswald, CEO von Mondi Europe & International, Präsident von respACT

 

Internationale Perspektiven der Nachhaltigkeitsdebatte

Klaus Töpfer, Deutscher Bundesumweltminister a.D. und langjähriger Direktor des UN-Umweltschutzprogramms UNEP, lud in seiner Key Note „Rio+20: Internationale Perspektiven" zu einer Reise in die Historie internationaler Konferenzen und Entwicklungen ein. Beginnend mit der ersten Umweltkonferenz in Stockholm im Jahr 1972 über den Weltgipfel in Rio de Janeiro im Jahr 1992 hin zur Konferenz in Johannesburg 2002 und Rio+20 in diesem Jahr skizzierte Töpfer die wichtigsten Etappen. Diese Entwicklungsgeschichte zeigt die dramatische Veränderung des globalen Machtgefüges auf und deutet auf einen erheblichen Bedeutungsverlust Europas hin. Die BRIC-Staaten übernehmen zunehmend die Führungsrolle bei globalen Themen. Den zukünftigen Beitrag Europas sieht Töpfer darin, immer wieder auf die größte Herausforderung hinzuweisen: „The most important challenge is to controvert poverty“.

 

Dieses Thema stellt aber nicht die einzige Problematik dar, sondern steht in Zusammenhang mit weiteren Engpässen. Die wachsende Bevölkerungszahl auf der Erde und insbesondere in den Städten stellt uns vor eklatante Energie- und Ressourcenfragen. Nach einem kurzen Exkurs nach Deutschland - dem Ausstieg aus der Kernenergie, der „Germanangst“ und der Einberufung einer Ethikkommission - resümmiert Töpfer, dass dezentrale, von heimischen Ressourcen abgeleitete Energiequellen eine Teillösung des Ressourcenproblems sein können. Um der Verantwortung in Ressourcenfragen gerecht zu werden, schließt Töpfer seine Rede mit dem Appell: „Wir müssen alles daran setzen, aus der Wegwerfgesellschaft rauszukommen […] und Abfallprozesse in Kreisläufe umwandeln.“

 

Gesprächsrunden

Die anschließenden Gesprächsrunden mit Ernst Ulrich von Weizsäcker, Präsident des Wuppertal Institut a.D und CO-Chair des UNEP International Resource Panel, Martha Bousek, Corporate Communications & Public Affairs bei glaxoSmithKline, Thomas Kaissl, Leiter Unternehmenskooperationen, WWF, Werner Wutscher, respACT-Vorstandsmitglied, Harald Egerer, Head UNEP Liason Office Vienna und Julia Rainer, Jugenddelegierte bei der Rio+20-Konferenz thematisierten die green economy und damit die Ressourcen- und Energiefragen, aber auch soziale Problembereiche:

 

"Will the LED reduce the power demand? NO – es wird einfach mehr beleuchtet. Je mehr Effizienz zur Verfügung steht, desto mehr prassen wir"

Ernst Ulrich von Weizsäcker über den Rebound-Effekt

 

Spenden allein reicht nicht, um das System zu verbessern. Der Gewinn muss in Strukturen vor Ort investiert werden, um Verbesserungen in ärmeren Regionen der Welt zu erreichen. Dazu ist mehr nötig als Einzelaktionen."

Martha Bousek thematisiert den Zugang benachteiligter Bevölkerungsschichten zu medizinischer Versorgung

 

„Nachhaltige Entwicklung wird zwar diskutiert, aber die Kennzahlen sprechen nicht für einen Fortschritt. Die Politik muss Spielregeln vorgeben."

Thomas Kaissl plädiert für strengere politische Rahmenbedingungen

 

Welchen Wertezugang hat die Gesellschaft? Welche Sprache finden wir, damit wir uns auf einer Werteebene treffen?"

Werner Wutscher spricht darüber, wie die Lebensqualität späterer Generationen, erhalten werden kann

 

In den darauf folgenden Nachmittagssessions wurden einige Teilbereiche näher behandelt. Eine Nachlese dazu findet sich unter "Verwandte Beiträge" unten auf der Seite.

 

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Dokumente:
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Booklet zum CSR-Tag 2015

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Rückblick, Zitate, Gewinner und Impressionen zum CSR-Tag 2015 finden Sie hier: www.respact.at/csrtag2015-nachbericht

Video zum CSR-Tag 2015: Innovation + Nachhaltigkeit

Staatssekretär Harald Mahrer im Vormittagsinput

 


 


 

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