Dienstag 6. Dezember 2016
14.01.2014

OECD-Leitsätze gewinnen international weiter an Bedeutung

Das zweite Global Forum on Responsible Business Conduct sowie Aktivitäten in Österreich unterstreichen den praktischen Nutzen der Leitsätze für Unternehmen

Die Gründe für heimische Unternehmen, auch im Auslandsgeschäft auf die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Tätigkeit zu achten, sind vielfältig: Mangelnde Rechtssicherheit in Ländern des Südens oder Risikominimierung angesichts fehlender Standards sind nur zwei davon.

Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sind vertraglich zwischen den Unterzeichnerstaaten vereinbart und beinhalten umfangreiche Handlungsempfehlungen für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften insbesondere im Auslandsgeschäft und in der Wertschöpfungskette. Alle Vertragsstaaten haben zudem Nationale Kontaktpunkte (NKP) eingerichtet, die für die Einhaltung der OECD-Leitsätze sorgen und bei denen Benachrichtigungen über behauptete Verstöße eingebracht werden können.

 

Rückblick 2013: Verstärkte internationale Zusammenarbeit

 

2013 fand das erste Global Forum on Responsible Business Conduct  statt, welches den internationalen Dialog und die globale Verankerung der Leitsätze fördert. Die Schwerpunkte der Arbeit der OECD und der NKP lagen 2013 auf dem Finanz- sowie Textilsektor. Dabei wurde eine gemeinsame Stellungnahme zum Einsturz der Textilfabrik in Savar, Bangladesh veröffentlicht, die für mehr Verantwortung im Textilsektor plädierte. Zudem wurde eine Kooperation der OECD mit der International Labour Organisation (ILO) zum Thema verantwortungsvolles Wirtschaften initiiert, um die Situation von ArbeiterInnen im Textilsektor zu verbessern. Unterdessen steigt die Anzahl der Unterzeichnerstaaten weiter an: Vor kurzem haben sich Costa Rica und Jordanien zur Einhaltung der Leitsätze verpflichtet.

Was den österreichischen NKP betrifft, so wurde 2013 eine erfolgreiche Kooperation mit NKP aus Süd- und Osteuropa gestartet. Das erste regionale Treffen fand im September in Wien statt, wobei die NKP aus Slowenien und Tschechien sowie Deutschland, Großbritannien und der Schweiz in Wien zu Gast waren. Ziel des Austausches ist es, die regionale Kooperation langfristig zu vertiefen. Diskutiert wurden u.a. aktuelle Fragen im Hinblick auf besondere Fälle und Möglichkeiten für eine gemeinsame Bewerbung der OECD-Leitsätze in der Region. Für 2014 ist die Fortsetzung der Kooperation geplant.

 

Ausblick 2014: Relevanz für österreichische Unternehmen

 

In Österreich finden in diesem Jahr in Zusammenhang mit den OECD-Leitsätzen mehrere Aktivitäten statt, bei denen u.a. die Themen Anti-Korruption und Menschenrechte diskutiert und erfolgreiche Praxisbeispiele vorgestellt werden (Näheres dazu finden Sie auf www.respact.at/oecdleitsaetze).

 

Ein hilfreiches Tool zur Umsetzung im Unternehmen stellt der von respACT und dem österreichischen Netzwerk des UN Global Compact entwickelte Leitfaden „Die OECD-Leitsätze in der betrieblichen Praxis“ dar: Er bietet neben Good Practices von Unternehmen einen Selbsttest zum praktischen Einstieg in die Thematik. Der Leitfaden kann unter http://www.respact.at/oecdleitsaetze kostenlos heruntergeladen werden.

Auf globaler Ebene wird das erfolgreiche Global Forum on Responsible Business Conduct fortgeführt. Das nächste Forum findet im Juni 2014 in Paris statt und thematisiert die praktische Herangehensweise an verantwortungsvolles Wirtschaften. Beim Forum werden Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft teilnehmen.

 
 
 
 
2016 © respACT
austrian business council
for sustainable development
Wiedner Hauptstraße 24/11, 1040 Wien
Telefon: +43/1/7101077-0
Fax: +43/1/7101077-19
E-Mail: office@respact.at
www.csreurope.org www.wbcsd.org www.unglobalcompact.at
https://www.respact.at/