Thursday 28. July 2016
23.03.2015

Nachlese zum Branchenfrühstück „Responsible Finance – Due Diligence in der Finanzwirtschaft“

Nachhaltigkeit auch in der Finanzwirtschaft verankern!

„Nachhaltiges Investment ergibt keine Einschränkungen der finanziellen Performance“, meinte Sabine Döbeli von SSF und brachte damit den Kern der Veranstaltung auf den Punkt.

Am Freitag, 20. März 2015 waren Vertreter der Finanzwirtschaft in die Oesterreichische Kontrollbank gekommen, um mehr über das Thema „Responsible Finance – Due Diligence in der Finanzwirtschaft“ zu erfahren. respACT-Geschäftsführerin Daniela Knieling stellte in ihren einleitenden Worten die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen vor und betonte ihre Bedeutung in Hinblick auf Due Diligence Prozesse in der Finanzwirtschaft.

 

Dr. Katharina Muner-Sammer, wissenschaftliche Projektmanagerin bei ÖGUT, der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik, bot eine Einführung in die Welt der verantwortungsvollen Finanzwirtschaft sowie aktuelle Trends des nachhaltigen Investments. Am österreichischen Markt sind vor allem institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Vorsorgekräfte, für den Großteil an nachhaltigen Investments verantwortlich. Im Gegensatz dazu sind in der Schweiz, so berichtete Sabine Döbeli, Geschäftsführerin von Swiss Sustainable Finance, private Investoren die treibende Kraft. Den österreichischen Vertretern legte sie nahe, den Unterschied zwischen aktiver Nachfrage und implizitem Bedarf zu bedenken. Auch Kunden, welche ihr Interesse an nachhaltigen Investments nicht unaufgefordert vorbringen, sollten im Beratungsprozess darauf aufmerksam gemacht werden.

 

Sabine Döbeli berichtete außerdem, dass am Schweizer Finanzmarkt rund ein Drittel der weltweiten Mikroanlagen (Impact Investments) abgewickelt werden und erläuterte den Begriff „Due Diligence“ als sorgfältige Prüfung und Analyse eines Unternehmens, welche neben den finanziellen Faktoren auch die Berücksichtigung von relevanten Umwelt-, Sozial- und Governancefaktoren verlangt. Selbstverständlich muss dieses nachhaltige Investment auch auf finanzielle Risiken geprüft werden. Abgerundet wurde der Input mit anschaulichen Praxisbeispielen, unter anderem von Credit Suisse, welche Investitionen mit hohen Reputationsrisiken, infolge von nicht verantwortungsvollem Wirtschaften, generell ablehnt. Als weiteres Best-Practice Beispiel wurde Vontobel vorgestellt. Die Schweizer Privatbank handhabt ESG-Aspekte (Environmental, Social and Governance) als gleichberechtigtes Entscheidungskriterium neben konventionellen, finanziellen Aspekten.

 

Eine angeregte Diskussion bildete das Ende der Veranstaltung. Die Vortragenden waren sich einig, dass Investoren, die Nachhaltigkeit nicht in ihre Überlegungen einbeziehen, auf eine Sackgasse zusteuern.

 

 

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