Saturday 1. October 2016
29.10.2013

respACT-Unternehmertreffen zum Thema „CSR & HR“ bei Mondi Frantschach

1. Steirisch-Kärntnerisches respACT-Mitgliedertreffen fand großen Anklang

Bei sommerlichen Temperaturen fanden sich am 28. Oktober 2013 über 50 respACT-Mitglieder und Interessierte in der Papierfabrik von Mondi Frantschach in Unterkärnten ein, um über verantwortungsvolles Personalmanagement zu diskutieren.

Die Veranstaltung startete mit einem Highlight: einer Betriebsbesichtigung der traditionsreichen Mondi-Papierfabrik, die in Frantschach jährlich über 245.000 Tonnen Sack Kraft Papier sowie 30.000 Tonnen Kraftpapier und rund 60.000 Tonnen Spezialzellstoff erzeugt. Beeindruckt von einer rund 18 Tonnen schweren aufgewickelten Papierrolle am Ende der Papiermaschine kamen die TeilnehmerInnen im Inneren der Fabrik ganz schön ins Schwitzen: Denn die Temperatur liegt in den Produktionshallen der Papiermaschinen, bedingt durch die geschlossenen Kreisläufe und die dampfbeheizten Trockenzylinder, bei rund 30 Grad.

 

CSR - HR = PR

Zurück im angenehm temperierten Veranstaltungsraum leitete die Moderatorin Birgit Rumpf-Pukelsheim vom ORF Kärnten das Thema des Abends ein: CSR - HR = PR. Dass verantwortungsvolles Personalmanagement unverzichtbarer Bestandteil einer CSR-Strategie sein muss, zeigten Gottfried Joham, Geschäftsführer von Mondi Frantschach, sowie Elisabeth Wuggenig, zuständig für Personalmanagement und Recruiting. Über einen Facharbeitermangel könne sich der Standort in Frantschach trotz der etwas abgeschiedenen Lage nicht beklagen. Der Ruf als guter Arbeitgeber in der Region, die zahlreichen Lehrlings-Ausbildungsplätze sowie die Unfallbilanz (0 Unfälle in den letzten zwei Jahren) eilen dem Unternehmen voraus. Etwas schwieriger gestalte sich das Recruiting im hochqualifizierten Bereich. Hier seien vor allem Maßnahmen im Bereich der Work Life Balance sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefragt, um kompetente AkademikerInnen zu gewinnen.

 

Frauenförderung beginnt bei fairer Entlohnung

Michael Kosutnik, Personalleiter von Mahle Filtersysteme, mit über 2.700 MitarbeiterInnen der zweitgrößte Arbeitgeber in Kärnten, ergänzte: Insbesondere Frauen sei es wichtig, dass Unternehmen aktiv Maßnahmen im Bereich Gesundheit oder Work Life Balance setzen. Auch eine gerechte Entlohnung zwischen Frauen und Männern sei unumgänglich, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen. Mahle hat hierfür ein einheitliches Entgeltsystem entwickelt, das bei voller Transparenz gleiches Geld für gleiche Arbeit sicherstellt.

 

Kennzahlen als essentieller Bestandteil von CSR

Christian Hlade, Gründer und Geschäftsführer des steirischen Kleinbetriebes Weltweitwandern, der nachhaltige Wanderreisen anbietet, sieht das Thema CSR & Human Resources zunehmend kritisch. Für ihn stelle sich die Frage, inwieweit sich das Engagement im Personalbereich rechne – gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Klar ist für Hlade: „Es braucht handfeste Kennzahlen, an denen man den Erfolg von verantwortungsvollem Personalmanagement messen kann. Ansonsten läuft man Gefahr, kostenintensive Maßnahmen, die wenig bringen, in Krisenzeiten streichen zu müssen, was wiederum von den MitarbeiterInnen nicht goutiert wird.“

 

CSR ist keine Sozialromantik

Dieser Aussage stimmte auch Michael Kosutnik zu: „CSR muss sich rechnen und hat wenig mit Sozialromantik zu tun. Die Maßnahmen müssen direkt mit dem Kerngeschäft verknüpft sein. Die aussagekräftigste Kennzahl ist am Ende des Tages das Unternehmensergebnis. Dieses kann jedoch nur positiv ausfallen, wenn die MitarbeiterInnen motiviert und zufrieden sind. Ein Schlüssel hierfür ist das Verhältnis Führungskraft-MitarbeiterInnen. Mahle ist gerade dabei, einen neuen Aufsichtsindex einzuführen, bei dem eine Führungskraft max. 12 MitarbeiterInnen zu führen hat. So wird gewährleistet, dass auch alle gehört werden und frühzeitig Maßnahmen gesetzt werden können.“

 

Elisabeth Wuggenig ergänzte: „Gerade junge BewerberInnen fragen zunehmend nach unserem Engagement im Bereich Nachhaltigkeit, Gesundheitsmanagement oder Weiterbildung. Diese Themen werden uns in Zukunft noch stärker beschäftigen, genauso wie Generationenmanagement oder psychosoziale Gesundheit.“

 

Einig waren sich alle ReferentInnen: Um verantwortungsvolles Personalmanagement kommt kein Betrieb, der zukunftsfähig sein will, mehr herum.

 

Zum Schluss lud Herta Stockbauer, Vorstandsdirektorin der BKS Bank und Vizepräsidentin von respACT alle engagierten Unternehmen ein, ab 8. Jänner 2014 für den TRIGOS – Österreichs Auszeichnung für Corporate Social Responsibility – einzureichen. Der TRIGOS wird 2014 neben der österreichweiten Auszeichnung in drei Bundesländern vergeben: Kärnten, Oberösterreich und Tirol.

 

copyright Fotos: www.fotopolsinger.at

 

Weitere respACT-Termine in Kärnten:

8. Jänner 2014: Start der Einreichfrist für den TRIGOS Kärnten und den TRIGOS Österreich

4. Februar 2014: CSR- und TRIGOS-Frühstück in Klagenfurt mit Ursula Simacek, CEO von Simacek Facility Management und Präsidentin von respACT www.trigos.at

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