Saturday 1. October 2016
16.04.2013

EU-Kommission schlägt Verschärfung der Offenlegungspflichten bei sozialen und ökologischen Themen vor

Abänderungsvorschlag des Bilanzrichtliniengesetzes zur Erhöhung der Transparenz eingebracht

Die Europäische Kommission hat am 16. April den mit Spannung erwarteten Abänderungsvorschlag der Berichtspflichten von Unternehmen (vgl. 4. und 7. EU-Modernisierungsrichtlinie) veröffentlicht. Ziel ist es, die Transparenz hinsichtlich der sozialen und ökolgischen Auswirkungen von Unternehmen zu erhöhen.

Von diesem Abänderungsvorschlag betroffen sind alle Unternehmen mit mehr als 500 MitarbeiterInnen. Diese werden künftig aufgefordert, über ihre Unternehmenspolitik, über Erfolge und über Risiken in Bezug auf ökologische, soziale und Mitarbeiterbezogene Aspekte, über die Wahrung der Menschenrechte, über Anti-Korruption und Bestechungsvorfälle sowie über die Vielfalt im Vorstand zu berichten. Damit richtet sich der Abänderungsvorschlag EU-weit an rund 15.500 große Unternehmen.

 

Die Kommission versichert, dass sich der dadurch entstehende zusätzliche Aufwand für Unternehmen in Grenzen hält. Der Abänderungsvorschlag sieht vor, dass Unternehmen in ihrem Jahresbericht bestimmte Informationen in Bezug auf soziale und ökologische Kriterien offenlegen müssen. Ein umfassendes Reporting im Sinne eines vollständigen Nachhaltigkeitsberichtes wird zwar von der EU empfohlen, aber nicht gesetzlich gefordert. Weiters bezieht sich dieser Abänderungsvorschlag auf die ganze Unternehmensgruppe, einzelne Standorte müssen ihre Daten nicht separat offenlegen.

 

Zeitplan

Es wird angenommen, dass dieser Abänderungsvorschlag - nach Verabschiedung durch den Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament - im Jahr 2016 in die nationalen Gesetzgebungen übernommen wird. Die ersten Verpflichtungen könnten Unternehmen damit erst 2017 betreffen.

 

"Report or Explain"

Unternehmen müssen nur dann über oben genannte Bereiche berichten, wenn sie diese auch tatsächlich betreffen. Ist ein Aspekt für das Unternehmen nicht relevant, muss lediglich erklärt werden, wieso ("report or explain").

 

Offenlegungspflichten von nicht-finanziellen Informationen

Aktuell werden Unternehmen in der "Fourth Company Law Directive" aufgefordert, auch nicht-finanzielle Informationen offenzulegen. Da diese Richtlinie bislang aber wenig Erfolg verzeichnet hat - weniger als zehn Prozent (= 2.500) der größten Unternehmen innerhalb der EU berichten regelmäßig - sollen die gesetzlichen Vorgaben klarer formuliert werden. Über diese Richtlinie hinausgehende gesetzliche Bestimmungen gibt es bereits in Großbritannien (2006), in Schweden (2007), in Spanien und Dänemark (2011), sowie in Frankreich (letzte Aktualisierung 2012).

 

Hintergrund

Diese Gesetzesänderung wurde bereits im "Single Market Act" im April 2011, in der CSR-Strategie der Kommission im Oktober 2011 sowie im "Action Plan for Company Law and Corporate Governance" im Dezember 2012 angekündigt.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: http://ec.europa.eu/internal_market/accounting/non-financial_reporting/index_en.htm

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