Thursday 29. September 2016
16.06.2015

Nachhaltigkeitsberichterstattung im Blick

Viel tut sich derzeit in Bezug auf die Berichterstattung von nicht-finanziellen Kennzahlen. Wir werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen.

Nach EU-Richtlinie 2014/95/EU müssen ab 2017 bestimmte Unternehmen verpflichtend über nicht-finanzielle Kennzahlen berichten. 

Laut dem Thesenpapier zur Umsetzung der NFI-RL des Justizministeriums zählen dazu große Unternehmen von öffentlichem Interesse (zum Beispiel börsennotierte Unternehmen), die mehr als 500 MitarbeiterInnen beschäftigen, eine Bilanzsumme von über 20 Mio. Euro und/oder Umsatzerlöse über 40 Mio. Euro aufweisen. Der Prozess zu Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht wurde bereits gestartet. Das Justizministerium holt derzeit Stellungnahmen dazu ein. Bis spätestens Frühjahr 2016 soll der Prozess abgeschlossen sein.

 

Chancen für Unternehmen

Nachhaltigkeitsberichterstattung macht Sinn, denn sie eröffnet Chancen. Nicht nur große Unternehmen, sondern auch KMU profitieren von der Berichterstattung über nicht-finanzielle Kennzahlen.

Unternehmen gelingt es auf diese Weise:

  • entscheidungsrelevante Faktoren besser zu berücksichtigen sowie ökologische, soziale und ökonomische Aspekte miteinander in Einklang zu bringen. Die verschiedenen Auswirkungen von Entscheidungen werden durch geeignete Indikatoren endlich sichtbar und steuerbar.
  • das Vertrauen der Stakeholder zu erhöhen, wenn glaubwürdig und offen kommuniziert wird.
  • Verbesserungen beim Prozessmanagement sowie eine höhere Profitabilität zu erzielen, zum Beispiel durch verstärkte Bemühungen um Energieeffizienz.
  • längst fällige Veränderungen anzustoßen, denn die Abläufe im Unternehmen gewinnen an Transparenz und kommen leichter in Bewegung.

 

Trends in der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Global Reporting Initiative identifizierte in ihrem kürzlich erschienenen Analysepaper die Reporting-Trends 2025. In Zukunft nehmen die Herausforderungen unserer Zeit einen zentralen Stellenwert ein. Dazu zählen beispielsweise Rohstoffknappheit, Menschenrechte und Klimawandel. Dafür müssen zusätzliche Kennzahlen entwickelt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Es wird von den Unternehmen erwartet, dass sie ökologische und soziale Aspekte in ihre Entscheidungsgrundsätze mit einbinden und dabei Technologien strategisch nutzen. Unternehmen, die sich diesen Entwicklungen verschließen, müssen vermehrt mit Sanktionen rechnen.

 

Schwerpunkte der Arbeitsgruppe 2015

Rund 20 respACT-Mitgliedsunternehmen diskutierten am 7. Mai beim 1. Treffen der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeitsberichterstattung aktuelle Entwicklungen und tauschten Erfahrungen aus. Irene Jakobi, verantwortlich für den mit dem Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) ausgezeichneten Nachhaltigkeitsbericht der Telekom Austria, lieferte hilfreiche Informationen zur Berichterstattung nach G4.

Anschließend wurden Themen ausgewählt, die in den nächsten Treffen der Arbeitsgruppe weiter vertieft werden. Dazu zählen die Datensammlung, Stakeholderbefragung und Wesentlichkeitsmatrix nach G4, die Darstellung der Wertschöpfungs- und Lieferkette im Bericht sowie externe Audits und Prüfungen.

respACT-Mitglieder und Teilnehmer des Global Compact Netzwerks finden die Agenda und Protokolle im Intranet. Das 2. Treffen der Arbeitsgruppe findet im Juni statt.

 

respACT-Mitglieder finden Q&A zur neuen EU-Richtlinie im Intranet!

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