Donnerstag 8. Dezember 2016
24.06.2014

Globale Ziele für Nachhaltigkeit – Tragende Rolle für Unternehmen

Post-2015 Konsultationen des UN Global Compact in vollem Gange

Die Post-2015-Agenda und die damit verbundenen Sustainable Development Goals (SDGs) verstehen sich als Fortsetzung der UN-Millenniumsentwicklungsziele, die 2015 auslaufen.

UN Global Compact-Umfrage – ‚Engaging with the Private Sector‘

Bereits seit der Rio+20 Konferenz 2012 steht die Zukunft der Millenniumsentwicklungsziele auf der globalen Agenda. 2013 befassten sich umfassende Konsultationen mit den inhaltlichen Themen, der Post-2015-Agenda. 2014 geht es nun um das ‚wie‘ und insbesondere um die Implementierung. Hier spielt der Privatsektor eine wichtige Rolle. Fünf Kernthemen wurden für die Wirtschaft identifiziert:

  • Politik, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit fördert
  • Ausbau von Partnerschaften
  • Nachhaltige Finanzen
  • Lokale Strukturen für Nachhaltigkeit in KMU
  • Steigerung des Vertrauens durch Transparenz

Diese Themen werden im Rahmen einer Umfrage des UN Global Compacts behandelt, an deren Teilnahme alle Unternehmen eingeladen sind. Die Ergebnisse fließen direkt in einen Bericht über die Erwartungen des Privatsektors an die Post 2015-Agenda ein, der im September 2014 an UN Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben wird. 

 

Regionale Konsultationen

Mitte Juni 2014 fanden zudem Konsultationen für den europäischen und zentralasiatischen Raum in Bratislava statt, bei denen Themen wie regionale Entwicklung durch Reindustrialisierung, „grüne“ Technologien oder Ernährungssicherheit durch nachhaltige Lieferketten diskutiert wurden.

Zu letzterem bieten die Food and Agriculture Business Principles des UN Global Compact konkrete Implementierungsvorschläge. Diese Prinzipien bestehen aus einem Rahmenwerk für Partnerschaften zwischen Unternehmen, der UN, Regierungen und weiteren Stakeholdern im Bereich Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Nahrung. Die Prinzipien zeigen erwünschte Ergebnisse und Aktionen auf, die von der Privatwirtschaft in diesem Bereich angegangen werden können, um zur Post-2015-Agenda beizutragen.

 

Tragende Rolle für Unternehmen – erfolgreiche Wirtschaftspartnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit

0,7% des BIPs sollten jährlich für die Entwicklungszusammenarbeit bereit gestellt werden, so das Ziel der Vereinten Nationen. In Österreich wird  2015 jedoch rund ein Fünftel weniger für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben als heuer. Hinsichtlich der  geplanten Kürzungen ist es umso wichtiger, dass Unternehmen aktiv Verantwortung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit übernehmen. Langfristiges Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist es, die Lebensbedingungen für Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern dauerhaft zu verbessern – im Rahmen von Partnerschaften kann die Privatwirtschaft konkret dazu beitragen. In Österreich kooperieren Institutionen im Bereich der Entwicklungshilfe bereits seit 15 Jahren mit dem Privatsektor, um Entwicklungsziele zu erreichen. So kofinanziert die Austrian Development Agency (ADA)  beispielsweise ein Projekt im Bereich ‚Employability‘ (Arbeitsmarktfähigkeit) des Feuerfest-Konzerns RHI. Die Initiative widmet sich dem Facharbeitermangel in Schwellenländern, insbesondere in Mexiko und der Türkei, und besteht aus einem Ausbildungsprogramm für Facharbeiter.

 

Entwicklungszusammenarbeit bringt WIN-WIN-Situation

Diese Art der Wirtschaftspartnerschaft ist geprägt von einer Win-Win-Situation: Die RHI erhöht die Anzahl der qualifizierten Mitarbeiter für den Eigenbedarf, während die ADA das Bildungssystem in beiden Ländern nachhaltig durch die Einführung einer dualen Ausbildung verbessert. Eine weitere erfolgreiche Partnerschaft in Mexiko besteht zwischen der ADA und Agrana: Die Vertragsfarmer in der Region Jacona werden als langfristige Partner betrachtet. So wird besonderer Wert auf die Bezahlung fairer Löhne und die Einführung eines betrieblichen Gesundheitssystems gelegt. Durch die Zusammenarbeit wird es den Vertragsfarmern ermöglicht, sich nach den Standards der Rainforest Alliance zertifizieren zu lassen – ein Vorteil auf dem internationalen Markt für Farmer und die Agrana, denn nachhaltig produzierte Früchte sind gefragt. Für die Agrana sichert die Partnerschaftlangfristig die nachhaltige Ausrichtung ihrer Lieferkette. Die Agrana war für den TRIGOS 2014 nominiert, weitere Informationen und die Jury Begründung finden Sie hier.  

 

Weitere Informationen zu den Aktivitäten des UN Global Compact zur Post 2015-Agenda finden Sie hier.

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