Thursday 29. September 2016
13.12.2012

Was bedeutet die EU-Energieeffizienzrichtlinie für österreichische Unternehmen?

Große Unternehmen werden in die Pflicht genommen

Am 4. Dezember 2012 ist die neue EU-Energieeffizienzrichtline in Kraft getreten. Sie sieht bindende Energiesparmaßnahmen vor, von denen sich die EU eine Senkung des Energieverbrauchs um 20 Prozent erwartet.

Bereits 2007 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf geeinigt, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie soll dazu beitragen, diesem Ziel näher zu kommen. Die Mitgliedsstaaten sind nun aufgefordert, Energieeffizienzaktivitäten umzusetzen, wobei der Großteil der Energiewertschöpfungskette berücksichtigt wurde: Von der Energieumwandlung über den –transport bis zur –nutzung.

 

Die Richtlinie legt fest, dass sich die Mitgliedsstaaten ein nationales Energieeffizienzziel zur Reduktion des Energieverbrauchs setzen müssen. Weiters schreibt die Richtlinie wesentliche Maßnahmen zur effizienten Energienutzung fest, was u.a. die Gebäudesanierung öffentlicher Einrichtungen betrifft: Ab 2014 gilt für die Zentralregierungen eine jährliche Sanierungsquote von drei Prozent der Gesamtnutzfläche von Gebäuden. Zudem wird die nachhaltige Beschaffung forciert, d.h. öffentliche Institutionen sollen beim Kauf von Produkten, Dienstleistungen und Gebäuden auf die Energieeffizienz-Werte achten.

 

Was die Energieumwandlung, -übertragung und –verteilung betrifft, so müssen die Mitgliedsstaaten das Energieeffizienzpotential in den Bereichen Wärme- und Kälteerzeugung und –versorgung sowie Gas- und Strominfrastruktur identifizieren und entsprechende konkrete Maßnahmen und Investitionen zur Effizienzsteigerung ableiten. Um eine Einsparung von 1,5 Prozent des Gesamt-Vorjahresverbrauchs zu erreichen, sind auch Energiedienstleistungs-Unternehmen und große Unternehmen gefragt. Für große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten ist die Einführung eines Energiemanagementsystems bzw. Energieaudits ab 2015 verpflichtend. Dabei wird darauf hingewiesen, dass diese sich nach einschlägigen europäischen oder internationalen Normen (EN ISO 50001, EN 16247-1 oder EN ISO14001 sofern ein Energieaudit einbegriffen ist) richten und in unabhängiger Weise von akkreditierten Experten durchgeführt werden sollen. Firmeninterne Energieauditoren sind zugelassen, sofern diese die nötige Qualifikation besitzen und nicht unmittelbar an der Tätigkeit beteiligt sind, die einem Audit unterzogen wird. Zu den Mindestkriterien für Energieaudits gehören die Prüfung des Energieverbrauchs von Gebäuden, Betriebsabläufen und Anlagen in der Industrie sowie die Beförderung. Durch Audits sollen nicht nur Amortisationszeiten, sondern langfristige Einsparungen veranschaulicht werden. Energieaudits müssen alle vier Jahre durchgeführt werden.

 

Die Energieeffizienzrichtlinie weist auch auf das große Energieeinsparungspotential bei Klein- und Mittelunternehmen (KMU) hin. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, Programme und Förderungsmöglichkeiten aufzustellen, die KMUs zu Energieaudits ermutigen. Weiters sollen diese auf konkrete Beispiele hingewiesen werden, wie sie von Energiemanagementsystemen profitieren können.

 

Zu den horizontalen Maßnahmen, die die Energieeffizienz steigern sollen, gehört die Information der Verbraucher über Energiedienstleistungen, Finanzinstrumente und Förderungen. Ein Beispiel dafür ist das österreichische Energieausweisvorlagegesetz, welches festlegt, dass nicht nur der Energieausweis von Immobilien bei Miete bzw. Verkauf vorzulegen ist, sondern bereits bei Inseraten und Anzeigen Heizwärmebedarf und Gesamtenergieeffizienzfaktor angegeben werden.

 

Download:

EU-Energieeffizienzrichtlinie

 

Link:

Informationen der EU-Kommission zur Energieeffizienz-Richtlinie

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