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Zum Auftakt gab Katja Wölfl von der WU Wien einen wissenschaftlichen Einblick in das Zusammenspiel von Nachhaltigkeit und Resilienz in Lieferketten. Ihr zentrales Fazit: Nachhaltigkeitsmaßnahmen können die Resilienz stärken – etwa durch mehr Transparenz, engere Zusammenarbeit mit Lieferanten oder flexiblere Strukturen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Verhältnis nicht immer eindeutig ist: Effizienzsteigerung, Lean-Praktiken oder hochvernetzte Kreislaufmodelle können zwar nachhaltiger sein, in Krisensituationen aber auch neue Verwundbarkeiten schaffen. Umso wichtiger ist ein strategischer Blick auf beide Themen und deren bewusste Verzahnung.
Miriam Teweldebrhan vom Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte zeigte anschließend, wie sich die Perspektive auf Lieferketten verändert: weg von isolierten Compliance-Maßnahmen, hin zu einer wirksamen Integration menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten in bestehende Unternehmensprozesse. Im Fokus standen ein risikobasierter Ansatz, klare Verantwortlichkeiten, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und die Rolle des Einkaufs als zentraler Hebel. Denn faire Preise, realistische Lieferfristen und verlässliche Kommunikation tragen nicht nur zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten bei, sondern stärken auch die Stabilität von Lieferbeziehungen.

Überblick: Meilensteine der Lieferketten-Regulierung von 2011 bis heute (Auswahl, Quelle: Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte).
Wie Unternehmen diese Anforderungen konkret umsetzen, zeigten die Praxisbeiträge von Manner und Teekanne. Angela Reithuber gab Einblicke in das ESG-Management von Manner, wo insbesondere die Lieferkette im Fokus steht – etwa mit Blick auf Klimarisiken, entwaldungsfreie Rohstoffketten und die Zertifizierung kritischer Rohstoffe wie Kakao und Palmöl. Deutlich wurde: Ohne Transparenz, Risikomanagement und enge Zusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette ist Resilienz kaum denkbar.
Christian Bergmann von Teekanne zeigte am Beispiel des internationalen Rohwareneinkaufs, wie wichtig langfristige Lieferantenbeziehungen und Kooperationen sind. Ob durch Trainingsprogramme mit der Rainforest Alliance, Projekte mit Kleinbäuer*innen im Senegal oder Gesundheitsinitiativen in Südafrika – belastbare Lieferketten entstehen dort, wo Unternehmen gemeinsam mit ihren Partnern Verantwortung übernehmen und in langfristige Beziehungen investieren.

Live-Umfrage: Diese Themen beschäftigen die Teilnehmenden aktuell am meisten.
Das Webinar machte deutlich: Resiliente Lieferketten entstehen nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel von Transparenz, strategischem Risikomanagement, fairen Einkaufspraktiken und belastbaren Partnerschaften. Nachhaltigkeit und Resilienz können sich gegenseitig stärken, wenn Unternehmen beide Themen integriert denken und in ihre Prozesse übersetzen. Die Diskussion wird am 28. September im Rahmen eines interaktiven Workshops weitergeführt – im Fokus stehen dann unter anderem Zertifizierungen und Standards, Governance-Strukturen sowie Datensammlung und Lieferantenbeziehungen im Unternehmensalltag.
Vielen Dank für die Unterstützung der Industriellenvereinigung (IV).
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