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Inhalt:
30. September 2026

EmpCo in der Praxis: Worauf Kommunikations-verantwortliche jetzt achten sollten

Seit dem 27. September 2026 gelten mit der EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition) neue, strengere Anforderungen für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Allgemeine Begriffe wie „nachhaltig“, „grün“ oder „umweltfreundlich“ dürfen künftig nur noch verwendet werden, wenn sie nachvollziehbar belegt werden können. Für Unternehmen bedeutet das: Weg von allgemeinen Versprechen, hin zu transparenter und überprüfbarer Nachhaltigkeitskommunikation.

Maximilian Augustin, respACT

Das Ende pauschaler Green Claims

 

Mit der EmpCo-Richtlinie verschärft die EU den Kampf gegen Greenwashing. Aussagen wie „klimafreundlich“, „umweltschonend“ oder „nachhaltig“ sind künftig nur zulässig, wenn Unternehmen klar darlegen können, worauf sich diese beziehen und welche belastbaren Nachweise dahinterstehen.

 

Besonders betroffen sind:

  • allgemeine Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen,
  • Klimaneutralitäts- und CO₂-Claims,
  • Zukunftsversprechen wie „Net Zero“ oder „klimaneutral bis 2030“,
  • Nachhaltigkeitssiegel und Umweltlabels.

Auch einzelne positive Maßnahmen dürfen nicht mehr automatisch auf das gesamte Unternehmen oder Produkt übertragen werden. Eine recycelbare Verpackung macht ein Produkt beispielsweise nicht automatisch „nachhaltig“.

 

Zertifizierungen gewinnen an Bedeutung

 

Die neue Gesetzgebung stärkt die Rolle unabhängiger Zertifizierungen und Nachhaltigkeitssiegel deutlich. Künftig werden vor allem Kennzeichnungen rechtssicher einsetzbar sein, die

  • auf klar definierten Standards beruhen,
  • transparent gestaltet sind,
  • von unabhängigen Dritten geprüft werden und
  • tatsächliche Umweltleistungen nachweisen.

Für Unternehmen werden Zertifizierungen damit zunehmend zum Vertrauens- und Wettbewerbsvorteil. Sie schaffen Glaubwürdigkeit gegenüber Kund*innen, Investor*innen und Geschäftspartner*innen und reduzieren gleichzeitig das Risiko von Greenwashing-Vorwürfen.

 

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

 

Die neuen Vorgaben betreffen nicht nur Nachhaltigkeitsberichte, sondern sämtliche Kommunikationskanäle, von Websites und Social Media bis hin zu Kampagnen, Produktverpackungen oder Pressemitteilungen.

 

Vor jeder Veröffentlichung sollten Unternehmen prüfen:

  • Was genau wird behauptet?
  • Worauf bezieht sich die Aussage?
  • Welche Daten und Nachweise stützen sie?
  • Ist die Aussage verständlich und transparent?
  • Vermittelt die Kommunikation einen zutreffenden Gesamteindruck?

Reicht eine spätere Erklärung aus?

 

Nicht unbedingt. Eine Headline wie „Unser Produkt ist umweltfreundlich“ wird nicht automatisch zulässig, nur weil die Erklärung später im Text folgt. Entscheidend sind der Gesamteindruck, die Sichtbarkeit der Erläuterung und die unmittelbare Verbindung zwischen Claim und Nachweis.

 

Was ist mit alten Social-Media-Posts?

 

Auch ältere Beiträge können relevant sein, wenn sie weiterhin öffentlich sichtbar sind, aktiv geteilt werden oder auf aktuelle Produkte und Dienstleistungen verweisen. Unternehmen sollten deshalb insbesondere angepinnte Posts, Werbeanzeigen und bestehende Landingpages überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren.

 

Genügt ein Link auf weitere Informationen?

 

Ein Link kann helfen, ersetzt aber nicht die erforderliche Konkretisierung. Die wesentlichen Informationen sollten bereits dort sichtbar sein, wo die Aussage getroffen wird. Weiterführende Links dienen als Vertiefung, nicht als Ersatz für die Kernaussage.

 

Neues respACT-Factsheet bietet Orientierung

 

Um Unternehmen bei der Umsetzung der neuen Anforderungen zu unterstützen, hat respACT ein kompaktes Factsheet zur EmpCo-Richtlinie entwickelt. Es bietet einen praxisnahen Überblick über die neuen Regeln, typische Greenwashing-Risiken sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunikations-, Marketing- und Nachhaltigkeitsverantwortliche.

 

Podcast-Episode liefert Einblicke

 

Auch in unserer neuesten Podcast-Episode mit unserer Vorständin und Landeskoordinatorin für Oberösterreich Gabriela Maria Straka setzen wir uns intensiv und genau mit dieser Thematik auseinander. 

 

Hier geht es zur Episode -> Sustainable ImpACT - Folge 24: EmpCo-Richtlinie – Wie Unternehmen glaubwürdig kommunizieren 

 

EmpCo im Fokus des respACT-Talk Steiermark

 

Die Auswirkungen der Richtlinie werden auch beim respACT-Talk Steiermark am 12. November 2026 diskutiert. Gemeinsam mit Expert*innen werden die neuen Anforderungen, deren praktische Umsetzung und die Auswirkungen auf Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement beleuchtet.

 

Fazit

 

Die Ära allgemeiner grüner Versprechen geht zu Ende. Mit der EmpCo-Richtlinie werden Transparenz, Nachweisbarkeit und unabhängige Überprüfung zu den zentralen Anforderungen erfolgreicher Nachhaltigkeitskommunikation. Unternehmen, die frühzeitig auf belastbare Daten, klare Aussagen und anerkannte Zertifizierungen setzen, schaffen Vertrauen und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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