Newsletter
Erhalten Sie monatlich Informationen über aktuelle Themen und laufende Aktivitäten. Zusätzlich ist eine Auswahl von Themenschwerpunkten optional möglich. Sie werden jedenfalls zum allgemeinen Newsletter angemeldet.


Die Treibhausgasbilanz – häufig als Corporate Carbon Footprint (CCF) bezeichnet – ist heute eine der zentralsten ESG-Kennzahlen. Sie macht Klimawirkung messbar, schafft Transparenz über Emissionsquellen und bildet die Grundlage für glaubwürdige Klimaziele sowie wirksame Dekarbonisierungsstrategien – pragmatisch, datenbasiert und strategisch gedacht. Kaum eine andere Kennzahl steht so stark im Fokus von Regulatorik, Investor*innen, Kund*innen und Öffentlichkeit.
Auch wenn Datenerhebung, Abgrenzung und Berechnung komplex und mitunter ressourcenintensiv sind, führt für Unternehmen kein Weg mehr daran vorbei. Die strategische Bedeutung liegt auf der Hand: Die THG-Bilanz macht Klimawirkung messbar. Sie verbindet regulatorische Anforderungen mit finanziellen Risiken, operativer Steuerung und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit. Damit ist sie weit mehr als eine Reporting-Pflicht – sie ist ein zentrales Steuerungsinstrument in Richtung Klimaneutralität.
Ein sauber aufgesetzter Prozess für die CCF-Bilanzierung spart Zeit, vermeidet unnötige Kosten – und schafft die Basis für wirksame Reduktionsmaßnahmen.
Zu Beginn wird definiert, welchem Zweck der Corporate Carbon Footprint dient, etwa der internen Steuerung, regulatorischen Anforderungen oder der externen Kommunikation. Darauf aufbauend werden organisatorische und operative Systemgrenzen festgelegt, also welche Gesellschaften, Standorte und Aktivitäten einbezogen werden. Hier wird zwischen operativer und finanzieller Kontrolle unterschieden. Diese Entscheidungen bestimmen Umfang, Datentiefe und Aussagekraft der gesamten Bilanz.
Methodisch orientieren sich Unternehmen meist am Greenhouse Gas Protocol als international etabliertem Standard. Alternativ steht mit ISO 14064 eine parallele Norm zur Verfügung.
Im nächsten Schritt werden alle relevanten Emissionsquellen entlang der Wertschöpfungskette identifiziert. Das Greenhouse Gas Protocol unterscheidet drei Scopes:
In vielen Branchen entfallen bis zu 80–90 % der Emissionen auf Scope 3 – entsprechend groß ist dessen strategische Relevanz.
Anschließend werden die erforderlichen Aktivitätsdaten erhoben, etwa Energieverbräuche, Materialmengen oder Transportkilometer. Wo möglich, sollten Primärdaten genutzt werden. Fehlende Informationen werden nachvollziehbar geschätzt und transparent dokumentiert.
Die Aktivitätsdaten werden mithilfe geeigneter Emissionsfaktoren in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Entscheidend sind Aktualität, geografische Passung und methodische Konsistenz. Die Qualität der Faktoren beeinflusst die Aussagekraft der Bilanz maßgeblich.
Durch Multiplikation von Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren werden die Emissionen berechnet, aggregiert und nach Scopes strukturiert dargestellt. So entsteht ein vollständiges Bild des unternehmensweiten CO₂-Fußabdrucks.
Abschließend werden Annahmen, Methoden und Ergebnisse transparent dokumentiert. Besonders relevant ist die Identifikation von Emissions-Hotspots. Sie zeigt, wo Maßnahmen priorisiert werden sollten und bildet die Grundlage für konkrete Dekarbonisierungsschritte.
Für die Berechnung eines Corporate Carbon Footprint stehen – je nach Datenlage – unterschiedliche methodische Ansätze zur Verfügung. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Genauigkeit, Aufwand und Steuerungswirkung.
In der Praxis werden diese Ansätze kombiniert. Entscheidend ist ein pragmatischer Fokus auf wesentliche Emissionsquellen statt methodischer Perfektion.
Um Komplexität zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und Fehlerquellen zu minimieren, empfiehlt sich die Unterstützung durch spezialisierte Software. NetCero begleitet Unternehmen durch sämtliche Schritte der THG-Bilanzierung – von der Festlegung der Systemgrenzen bis zur Analyse. Klare Workflows, dezentrale Datenerfassung mit zentraler Konsolidierung, integrierte Emissionsfaktoren-Datenbanken und automatische Berechnungen erleichtern die Umsetzung. Dashboards schaffen Transparenz, während Prüffähigkeit und Nachvollziehbarkeit eine auditierbare Berichterstattung sicherstellen.
Der Corporate Carbon Footprint ist weit mehr als eine regulatorische Pflicht. Er schafft Transparenz, macht Klimawirkung messbar und bildet die Grundlage für strategische Entscheidungen. Ein strukturierter Prozess, die Wahl geeigneter methodischer Ansätze und der Fokus auf wesentliche Emissionsquellen ermöglichen belastbare Ergebnisse, auch ohne methodische Perfektion.
Wer den CCF als Steuerungsinstrument versteht, schafft die Basis für glaubwürdige Klimaziele, wirksame Dekarbonisierung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
MMag. Julia Fessler ist Geschäftsführerin und Co-Founderin von NetCero und der Beratung susform – sustainability transformation. Zuvor war sie 13 Jahre bei PwC im Sustainability Consulting tätig und leitete dort das Climate-Team. Als ESG-Expertin unterstützt sie Unternehmen bei Nachhaltigkeitsberichterstattung, Dekarbonisierung.
NetCero ist Österreichs Marktführer für ESG-Reporting & Management. 25 Jahre Big-Four-Expertise treffen auf intuitive Software. Unsere Mission: Nachhaltiges Wirtschaften einfach machen. Die All-in-One-Plattform vereint strategisches ESG-Management, THG-Bilanzierung und Regulatorik. KI-gestützte Datenverarbeitung unterstützt über 100 Kunden bei effizientem, nachhaltigem Wirtschaften.
NetCero LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/netcero | NetCero Unternehmenswebsite: https://www.netcero.eu/de
Susform LinkedIn: https://at.linkedin.com/company/susform | Susform Unternehmenswebsite: https://susform.at/
Newsletter
Erhalten Sie monatlich Informationen über aktuelle Themen und laufende Aktivitäten. Zusätzlich ist eine Auswahl von Themenschwerpunkten optional möglich. Sie werden jedenfalls zum allgemeinen Newsletter angemeldet.