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01. September 2026

UV-härtende und warmhärtende Schlauchlining-Systeme in der Praxis

Ein Projekt der Swietelsky-Faber GmbH, Unternehmensgruppe unseres Mitgliedsunternehmen Swietelsky AG, zeigt, warum nachhaltige Infrastruktur nicht von einer einzigen Technologie abhängt, sondern von der richtigen Lösung für die jeweilige Herausforderung. Der Text basiert auf einem Artikel von Dipl-Ing. Jörg Brunecker, Geschäftsführer der Swietelsky-Faber GmbH. 

Maximilian Augustin, respACT

Die Erhaltung unserer Infrastruktur zählt zu den großen Zukunftsaufgaben. Steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit erfordern innovative Ansätze bei der Sanierung bestehender Anlagen. Ein aktuelles Projekt der Swietelsky-Faber GmbH, einer Unternehmensgruppe unseres Mitgliedsunternehmens Swietelsky AG, in Bremen verdeutlicht, wie technologieoffene Entscheidungen dazu beitragen können, Ressourcen zu schonen und langfristig leistungsfähige Infrastrukturen zu sichern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 1: Internationale Normen als Grundlage für die Auswahl geeigneter Schlauchlining-Systeme.

 

 

Nachhaltige Sanierung statt Neubau

 

Die Sanierung bestehender Kanalnetze gewinnt zunehmend an Bedeutung. Moderne grabenlose Verfahren ermöglichen es, bestehende Leitungen zu erneuern, ohne umfangreiche Erdarbeiten durchführen zu müssen. Dadurch lassen sich nicht nur Ressourcen und Kosten sparen, sondern auch Verkehrsbehinderungen, Eingriffe in die Umwelt und Belastungen für Anrainer*innen reduzieren.

Im Bremer Projekt wurden unterschiedliche Schlauchlining-Systeme eingesetzt, um den jeweiligen technischen Anforderungen optimal gerecht zu werden. Dabei kamen sowohl UV-härtende als auch warmwasserhärtende Verfahren zum Einsatz.
 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 2: Ein LKW-Absetzer mit integriertem Förderband für den Einbau UV-härtender Glasfaserliner.

 

Die passende Technologie für den jeweiligen Anwendungsfall

 

Ein rund 620 Meter langer Mischwasserkanal wurde mit einem UV-härtenden Schlauchlining-System saniert. Diese Technologie eignet sich insbesondere bei großen Rohrdimensionen und hohen statischen Anforderungen. Die werkseitige Herstellung und kontrollierte Aushärtung ermöglichen eine hohe Qualitätssicherung und reproduzierbare Materialeigenschaften.

In einem weiteren Projektabschnitt entschied sich das Team aufgrund komplexer Rohrgeometrien und besonderer Einbaubedingungen für ein warmwasserhärtendes System. Obwohl dieses Verfahren einen höheren Energie-, Material- und Personalaufwand verursacht, bietet es in bestimmten Einsatzbereichen entscheidende Vorteile. Gerade bei anspruchsvollen Rohrverläufen oder Nennweitenwechseln kann diese Lösung die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Wahl sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 3: Prüfberichte von Schlauchliner-Installationen nach ISO/TS 23818-2.

 

 

Nachhaltigkeit braucht Technologieoffenheit

 

Das Projekt zeigt, dass verschiedene Sanierungsverfahren nicht miteinander konkurrieren, sondern sich gegenseitig ergänzen. Nachhaltige Infrastrukturplanung bedeutet daher nicht, eine bestimmte Technologie grundsätzlich zu bevorzugen, sondern die jeweils geeignetste Lösung auszuwählen. Neben wirtschaftlichen Aspekten spielen dabei zahlreiche technische Kriterien eine Rolle, darunter Rohrdimensionen, statische Anforderungen, Zugänglichkeit und die örtlichen Rahmenbedingungen. Erst die Gesamtbetrachtung dieser Faktoren ermöglicht eine langfristig nachhaltige Entscheidung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 4: Einbau eines warmwasserhärtenden Synthesefaserliners mit Nennweitenwechsel DN 840 auf DN 1000.

 

Resiliente Infrastruktur durch intelligente Planung

 

Für die Instandhaltung unserer unterirdischen Infrastruktur werden in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erforderlich sein. Umso wichtiger ist es, Ressourcen effizient einzusetzen und vorhandene Systeme möglichst lange nutzbar zu halten.

Technologieoffene Sanierungskonzepte leisten dazu einen wesentlichen Beitrag. Sie ermöglichen es, für jede Aufgabenstellung die technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Lösung zu finden. Das Bremer Projekt zeigt, wie durch die Kombination unterschiedlicher Verfahren eine nachhaltige und resiliente Infrastruktur geschaffen werden kann.

 

Fazit

 

Das Bremer Projekt verdeutlicht, dass verschiedene Schlauchlining-Verfahren je nach Einsatzbereich spezifische Vorteile bieten. Die Auswahl des geeigneten Systems – unabhängig davon, ob UV-, Warmwasser- oder Dampfhärtung zum Einsatz kommt – richtet sich stets nach den technischen Anforderungen und den spezifischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Projekts.

 

Für Unternehmen, Städte und Gemeinden wird die Frage immer wichtiger, wie bestehende Infrastruktur langfristig erhalten werden kann. Projekte wie jenes der Swietelsky-Faber GmbH verdeutlichen, dass nachhaltige Entwicklung nicht nur durch neue Technologien entsteht, sondern vor allem durch die intelligente und situationsgerechte Anwendung bestehender Lösungen. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem eines: die richtige Technologie für die richtige Aufgabe einzusetzen.

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