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08. Oktober 2026

respACT-Policy Update: PPWR im Fokus

Was Unternehmen jetzt wissen sollten

Natascha Rohe, respACT

Beim respACT Policy Update am 6. Oktober standen aktuelle regulatorische Entwicklungen und insbesondere die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Expertinnen aus dem Netzwerk von Retria, Ankerbrot und Mondi wurde beleuchtet, was die neuen Vorgaben für Unternehmen bedeuten und welche Schritte jetzt wichtig sind.

 

PPWR: Seit August 2026 in Kraft

Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) gilt seit 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. Sie umfasst den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen – von Design und Materialeinsatz über Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung bis hin zu Kennzeichnung und Herstellerverantwortung. Viele konkrete Anforderungen werden schrittweise bis 2040 wirksam.

Bereits jetzt gelten unter anderem Anforderungen zu PFAS und Schwermetallen, zur Konformitätsbewertung und technischen Dokumentation sowie zu Kennzeichnung und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Wirtschaftsakteure. Hersteller und Importeure müssen entsprechende Nachweise führen und aufbewahren.

 

Wer ist wofür verantwortlich?

Eine zentrale Erkenntnis aus dem Policy Update: Die konkreten Pflichten hängen wesentlich von der jeweiligen Rolle im Verpackungsmarkt ab. Ob ein Unternehmen als Hersteller, Produzent, Importeur, Lieferant oder Distributor auftritt, bestimmt, welche Anforderungen es erfüllen und welche Informationen es bereitstellen muss.

 

Gerade deshalb empfiehlt es sich, zunächst die eigenen Rollen für die unterschiedlichen Verpackungen und Märkte zu klären und anschließend systematisch alle relevanten Verpackungsdaten zu erfassen.

 

2030 kommt schneller, als es scheint

Ein großer Teil der Anforderungen wird ab 2030 relevant – darunter Mindestanforderungen an die Recyclingfähigkeit, Vorgaben für den Einsatz von Rezyklaten, die Begrenzung von Leerraum in Verpackungen sowie erste Wiederverwendungsziele. Die Unternehmen sollten daher bereits jetzt beginnen, ihre Verpackungen und Prozesse entsprechend weiterzuentwickeln.

 

Die Praxisbeispiele von Ankerbrot und Mondi zeigten dabei: Auch wenn einzelne Details der Umsetzung noch in Entwicklung sind, sollte die Vorbereitung bereits starten. Besonders wichtig sind belastbare Lieferantendaten, klare interne Zuständigkeiten und eine gute Dokumentation.

 

Ein Datensatz – mehrere regulatorische Anforderungen

Ein weiterer wichtiger Punkt: Verpackungsdaten sollten nicht isoliert für die PPWR erhoben werden. Angaben zu Material, Gewicht, Rezyklatanteil, Inhaltsstoffen, Recyclingfähigkeit, Lieferant und Herkunft können gleichzeitig für PPWR, Nachhaltigkeitsclaims nach EmpCo/UWG, freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung und – bei bestimmten Papier- und Kartonprodukten – für die EUDR relevant sein.

 

Was Unternehmen jetzt tun können

Aus dem Policy Update lassen sich fünf zentrale Schritte ableiten:

  1. Rollen klären: Welche Funktion hat das Unternehmen bei den jeweiligen Verpackungen?
  2. Verpackungen erfassen: Materialien, Gewichte, Lieferanten und Absatzmärkte systematisch dokumentieren.
  3. Lieferantendaten sichern: Informationen zu Zusammensetzung, PFAS, Schwermetallen und Rezyklatanteilen einholen.
  4. Dokumentation aufbauen: Technische Unterlagen und Konformitätserklärungen strukturiert erfassen.
  5. 2030 vorausplanen: Recyclingfähigkeit, Rezyklateinsatz, Leerraum und Wiederverwendung frühzeitig in Produkt- und Verpackungsentwicklung integrieren.

Das zentrale Learning des Policy Updates: Die PPWR bringt schrittweise neue Anforderungen – aber die Vorbereitung beginnt jetzt. Wer Rollen und Daten frühzeitig klärt, schafft eine bessere Grundlage für Compliance und kann Anforderungen aus PPWR, EmpCo, Reporting und Lieferkette stärker zusammendenken.

 

 

Zur Aufzeichnung!

 

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