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24. März 2026

respACT-Lounge: Dekarbonisierung & Circularity als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit

Wie gelingt nachhaltige Transformation in der Praxis – und welche Rolle spielen Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft dabei? Diese Fragen standen im Zentrum der respACT-Lounge am 18. März. 

Natascha Rohe, respACT

Transformation hat begonnen – aber nicht alle sind gleich weit 

 

Zum Auftakt der Veranstaltung zeigte Philipp Gaggl (PwC Österreich), dass der Klimawandel in Österreich bereits deutlich spürbar ist – mit überdurchschnittlichen Auswirkungen. Gleichzeitig wird klar: Viele Unternehmen messen ihre Emissionen, aber nur wenige steuern aktiv oder setzen umfassende Maßnahmen. 

 

Vorreiter zeichnen sich durch klare Strategien aus: Sie erfassen auch Scope-3-Emissionen, analysieren Klimarisiken, setzen messbare Ziele und verankern Nachhaltigkeit auf Führungsebene. Zentrale Botschaft: Nachhaltigkeit entwickelt sich vom Reporting-Thema zum Business Case – mit Effekten auf Kosten, Risiken, Resilienz und Wachstum. 

 

Perspektiven aus der Praxis 

 

Anschließend gab ein Panel aus Expert*innen und Experten unter der Moderation unserer Vorständin Maria Gabriela Straka einen Einblick in die Praxisarbeit:

 

Versorgungssicherheit & Energie (EVN) 
Andrea Edelmann betonte, dass Dekarbonisierung heute wieder eng mit Versorgungssicherheit verknüpft ist – auch vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen. Erneuerbare Energien bringen neue Herausforderungen mit sich, etwa durch ihre schwankende Verfügbarkeit. Lösungen wie Biomasse und Biogas können hier als flexible Speicher eine wichtige Rolle spielen. 

 

Kreislaufwirtschaft in der Umsetzung (Concular) 
Kathrina Rieger zeigte am Beispiel der Bauwirtschaft, wie groß das Potenzial zirkulärer Modelle ist – aber auch, wo es aktuell noch hakt: fehlende Strukturen, komplexe Rückführungslogiken und ein Mangel an qualifiziertem Personal. Klar ist: Ohne neue Kooperationen und angepasste Lieferketten bleibt vieles Stückwerk. 

 

Produktdesign & Innovation (TU Wien) 
Rainer Pamminger machte deutlich, dass Kreislaufwirtschaft bereits beim Design beginnt. Reparierbarkeit, Zerlegbarkeit und Materialwahl entscheiden darüber, ob Produkte im Kreislauf geführt werden können. Neue regulatorische Vorgaben – etwa im Bereich Ökodesign – verstärken diesen Trend. 

 

Regulatorische Rahmenbedingungen (BMLUK) 
Simon Ellmauer-Klambauer unterstrich die Bedeutung klarer politischer Zielsetzungen und langfristiger Planungssicherheit. Ambitionierte Klimaziele, Emissionshandel und neue gesetzliche Rahmenbedingungen sollen Orientierung geben – gleichzeitig bleibt die konkrete Umsetzung eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 

 

Unternehmensperspektive & Marktlogik (PwC) 
Stefan Merl betonte, dass Unternehmen vor allem eines brauchen: stabile und verlässliche Rahmenbedingungen. Gleichzeitig steigt der Druck durch den Markt – insbesondere durch Finanzinstitutionen, die zunehmend belastbare ESG-Daten einfordern und damit direkten Einfluss auf Finanzierungskonditionen nehmen. 

 

Zentrale Hebel für die Transformation 

  • Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft als Business Case denken  

  • Produktdesign neu ausrichten (Reparierbarkeit, Langlebigkeit, Recyclingfähigkeit)  

  • Lieferketten und Geschäftsmodelle weiterentwickeln  

  • Kooperationen stärken – entlang der gesamten Wertschöpfungskette  

  • Regulatorische Klarheit und Planungssicherheit schaffen  

Fazit 

Die Diskussion zeigt klar: Nachhaltige Transformation ist kein Zukunftsthema mehr, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Unternehmen, die frühzeitig handeln, können nicht nur Risiken reduzieren, sondern sich auch strategische Vorteile sichern – von mehr Resilienz bis hin zu neuen Marktchancen. 

 

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