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Barbara Butterer von Sindbad, Irene Kloimüller von NESTORGOLD und Manuel Gruber von der Vollpension zeigten, wie Unternehmen Menschen unterschiedlichen Alters unterstützen und Zusammenarbeit fördern können.
Barbara Butterer stellte das Mentoring-Programm von Sindbad vor. Es begleitet Jugendliche im letzten Pflichtschuljahr beim Übergang in eine weiterführende Schule oder eine Lehre. Ehrenamtliche Mentor*innen unterstützen dabei, Talente zu erkennen, berufliche Möglichkeiten auszuloten und Bewerbungen vorzubereiten. Im Fokus stehen Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. Beim Berufseinstieg stoßen diese Jugendlichen häufig auf Hürden, die Unternehmen nicht immer bewusst sind: Online-Aufnahmetests sind auf Laptops ausgelegt, obwohl manche Jugendliche nur ein Smartphone besitzen. Stellenausschreibungen sind schwer verständlich, Rückmeldungen auf Bewerbungen bleiben aus. Fehlende finanzielle Mittel erschweren zudem unbezahlte Praktika, mit denen andere erste Berufserfahrung sammeln. Unternehmen können hier konkret ansetzen: Schnupperpraktika geben Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten praktisch zu zeigen. Fachliche Lücken lassen sich anschließend gezielt aufholen. Auch nach der Einstellung braucht es Begleitung. Interne Buddies können Abläufe und ungeschriebene Regeln erklären und als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen. Entscheidend sind ehrliches Zuhören und Kommunikation auf Augenhöhe.
Irene Kloimüller stellte mit NESTORGOLD einen Ansatz für alternsgerechtes und lebensphasenorientiertes Arbeiten vor. Dabei geht es nicht nur um ältere Beschäftigte, sondern darum, Arbeitsfähigkeit vom Berufseinstieg bis zum Übergang in die Pension zu erhalten. Pauschale Zuschreibungen an einzelne Generationen helfen dabei wenig. Wichtiger ist der Blick auf die tatsächlichen Bedürfnisse und Lebensumstände der Menschen. Kinderbetreuung, die Pflege Angehöriger oder eine berufliche Weiterbildung lassen sich nicht starr einer Altersgruppe zuordnen. Unternehmen brauchen deshalb passende Arbeitszeitmodelle, Entwicklungsmöglichkeiten und eine Kultur, in der Mitarbeitende ihre Bedürfnisse ansprechen können. Führungskräfte spielen dabei eine wichtige Rolle: Angebote müssen nicht nur vorhanden sein, sondern im Arbeitsalltag auch genutzt werden können. Das Gütesiegel NESTORGOLD unterstützt Organisationen dabei, bestehende Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und einen wirkungsorientierten Maßnahmenplan zu erarbeiten. In der abschließenden Diskussion wurde außerdem betont, Beschäftigte in der Mitte des Erwerbslebens nicht zu übersehen. Gerade dort kommen berufliche Verantwortung, Kinderbetreuung und die Pflege Angehöriger häufig zusammen.
Manuel Gruber zeigte am Beispiel der Vollpension, wie Beschäftigung im Pensionsalter gegen Altersarmut und Einsamkeit wirken kann. In den generationenübergreifenden Cafés arbeiten jüngere und ältere Menschen zusammen. Zum Zeitpunkt des Webinars beschäftigte die Vollpension 67 Senior*innen, die durchschnittlich rund 450 Euro im Monat dazuverdienten. Neben dem Einkommen stehen soziale Kontakte, Wertschätzung und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten einzubringen, im Mittelpunkt. Für die Zusammenarbeit gilt: Aufgaben werden nach Kompetenz und nicht nach Alter verteilt. Klare Regeln, gute Führung und regelmäßige Kommunikation sind für alle Mitarbeitenden wichtig. Ebenso entscheidend ist, dass sich jede Person als Teil des Teams erlebt und ihre Stärken gesehen werden. Diese Erfahrungen gibt die Vollpension auch an andere Unternehmen weiter. Schwerpunkte sind der Wissenstransfer, der Übergang in den Ruhestand und der Wiedereinstieg aus der Pension. Unternehmen können darüber hinaus mit ehemaligen Mitarbeitenden in Kontakt bleiben, etwa über Mentoring oder Alumni-Netzwerke. So können Erfahrung und Wissen weiterhin eingebracht werden.
Das Webinar zeigte, dass Altersvielfalt mehr braucht als einzelne Angebote für jüngere oder ältere Beschäftigte. Faire Zugänge, passende Arbeitsbedingungen und ein offener Austausch sind über das gesamte Erwerbsleben hinweg wichtig. Wer auf Fähigkeiten und Lebenssituationen statt auf Altersklischees schaut, kann Talente besser erkennen, Wissen erhalten und Zusammenarbeit stärken.
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