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27. Mai 2026

Resilienz als neue Pflicht: Was Unternehmen aus aktueller Lieferketten-Forschung lernen können

Krisen sind nicht mehr die Ausnahme, sondern der Dauerzustand. Im DiliCHANCE-Webinar zeigten Peter Klimek (Complexity Science Hub) und KPMG-Chefökonom Stefan Fink, warum Unternehmen Resilienz strategisch aufbauen müssen und weshalb Effizienz, Nachhaltigkeit und Resilienz nicht automatisch zusammenpassen.

respACT

Rund 130 Teilnehmende verfolgten Mitte Mai das DiliCHANCE-Webinar „Resilience in Times of War“. Die zentrale Botschaft: Globale Lieferketten bleiben dauerhaft von geopolitischen Konflikten, Handelsrisiken und Versorgungsengpässen geprägt. Unternehmen sollten daher nicht auf eine Rückkehr zur alten Stabilität hoffen, sondern Resilienz aktiv stärken.

 

Effizienz macht Lieferketten verwundbar

 

Just-in-time-Produktion, internationale Spezialisierung und konsequente Kostenoptimierung haben Lieferketten hoch effizient gemacht. Gleichzeitig erhöhen sie deren Anfälligkeit für Störungen. Die vergangenen Jahre – von COVID-19 über die Blockade des Suezkanals bis zu aktuellen geopolitischen Spannungen – zeigen, wie rasch lokale Krisen globale Auswirkungen entfalten können.

 

Österreichs besondere Risikofelder

 

Für Österreich identifizierte das Forschungsteam mehrere sensible Bereiche, darunter pharmazeutische Lieferketten, Spezialverpackungen sowie die Rohstoffe Schwefel, Harnstoff und Helium. Gleichzeitig entstehen durch die grüne Transformation neue Abhängigkeiten, insbesondere bei Schlüsseltechnologien und Rohstoffen aus China.

 

Sieben Empfehlungen für mehr Resilienz

 

Klimek und Fink empfehlen Unternehmen:

  • langfristiger zu planen,
  • Krisen als neues Normal anzuerkennen,
  • extreme Risiken („Fat-Tail-Risiken“) einzubeziehen,
  • Lieferanten und Bezugsquellen zu diversifizieren,
  • strategische Reserven und Nearshoring-Modelle aufzubauen,
  • Frühwarnsysteme zu etablieren,
  • stärker mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette zu kooperieren.

Nachhaltigkeit und Resilienz gemeinsam denken

 

Besonders relevant für Unternehmen: Effizienz, Nachhaltigkeit und Resilienz verfolgen nicht immer dieselben Ziele. Nachhaltiges Lieferkettenmanagement erfordert daher bewusste strategische Entscheidungen und langfristige Perspektiven.

Ein Beispiel dafür ist die Kreislaufwirtschaft: In der Stahlindustrie gewinnt Schrott zunehmend an strategischer Bedeutung. Rücknahmesysteme reduzieren nicht nur Umweltbelastungen, sondern stärken auch die Versorgungssicherheit und verringern Rohstoffabhängigkeiten.

 

Resilienz-Schwerpunkt bei respACT

 

Resilienz ist auch 2026 ein zentrales Thema im respACT-Programm – etwa beim Webinar „Resilienz in der globalen Lieferkette“ am 23. Juni, beim Vertiefungsworkshop am 7. Juli sowie beim csrTAG 2026 am 22. Oktober in Alpbach, wo Resilienz einen der drei Themenschwerpunkte bildet.

 

Zusätzlich stehen respACT-Mitgliedern das Factsheet „Resiliente Lieferketten“ sowie der eLearning-Kurs Lieferkettenmanagement II zur Verfügung.

 

Weitere Informationen: www.dilichance.eu

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