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24. Juli 2026

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort

Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als eine ökologische Notwendigkeit, sie ist ein zentraler Baustein moderner Industriepolitik. Genau darüber diskutierte die Kreislaufwirtschaftsdelegation (KWD) unter der Leitung von Ing. Reinhard Backhausen, B.Sc im Rahmen eines Austauschs mit Staatssekretärin Mag. Elisabeth Zehetner im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus. Für respACT nahmen DI Herbert Schlossnikl (Vizepräsident von respACT und Landeskoordinator für Niederösterreich/Geschäftsführer von Vöslauer) sowie Mag. Dr. Gabriela-Maria Straka, EMBA (Vorstandsmitglied von respACT und Landeskoordinatorin für Oberösterreich/Chefredakteurin MANZ) an dem Treffen teil.

Maximilian Augustin, respACT

Kreislaufwirtschaft stärkt Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz

 

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie Österreich die Chancen der Circular Economy besser nutzen kann. Dabei wurde deutlich: Wer Rohstoffe im Kreislauf hält, stärkt nicht nur den Umwelt- und Ressourcenschutz, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die Versorgungssicherheit des Standorts sowie seine Innovationskraft und Resilienz. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Rohstoffmärkte gewinnt die Kreislaufwirtschaft zunehmend an wirtschafts- und standortpolitischer Bedeutung. Eine geringere Abhängigkeit von Primärrohstoffen schafft mehr Stabilität und erhöht die Widerstandsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft.

 

Gleichzeitig wurde betont, dass der Wandel zur Circular Economy nur dann erfolgreich gelingen kann, wenn Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam an einem Strang ziehen. Unternehmen benötigen dafür vor allem langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, um Investitionen tätigen und innovative Kreislauflösungen skalieren zu können.

 

Drei zentrale Handlungsfelder

 

Aus Sicht der Kreislaufwirtschaftsdelegation stehen aktuell insbesondere drei Themen im Fokus:

  • Kreislauforientierte öffentliche Beschaffung

Die öffentliche Hand verfügt über enorme Hebelwirkung. Werden Kreislaufkriterien konsequent in Vergabeverfahren integriert, kann dies nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle gezielt fördern und wichtige Marktimpulse setzen.

  • Central European Circular Economy Region

Die Positionierung Österreichs als Teil einer starken mitteleuropäischen Kreislaufwirtschaftsregion bietet große wirtschaftspolitische Chancen. Grenzüberschreitende Kooperationen können Innovationen beschleunigen und neue Wertschöpfungspotenziale erschließen.

  • Stärkung von Sekundärrohstoffmärkten

Sekundärrohstoffe sind ein wesentlicher Baustein einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Um ihre Nutzung zu steigern, braucht es geeignete Marktmechanismen, verlässliche Qualitätsstandards und attraktive wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

 

Jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen

 

Ein zentrales Ergebnis des Treffens war die Notwendigkeit eines strukturierten und kontinuierlichen Prozesses, um die Transformation zur Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben. Dazu zählen unter anderem:

  • eine zentrale Koordination,
  • die Einrichtung von Arbeitsgruppen mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Wirtschaft und weiteren Stakeholdern,
  • regelmäßige Austauschformate,
  • sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Praxis.

Die Mitglieder der Kreislaufwirtschaftsdelegation bekräftigten dabei ihre Bereitschaft, die Transformation aktiv mitzugestalten:

„Wir sind bereit, die Transformation zur Circular Economy in unseren Betrieben weiter voranzutreiben. Dazu brauchen wir jetzt klare Rahmenbedingungen, die diese nicht bremsen, sondern als Motor antreiben. Von Politik und Verwaltung erwarten wir, dass sie diese Rahmenbedingungen schafft – jetzt.“

Die Kreislaufwirtschaft wird aus Sicht der Delegation zu einem der entscheidenden Erfolgsfaktoren für den Wirtschaftsstandort Österreich und zu einem zentralen Wirtschaftssystem der Zukunft. Die KWD leistet dazu einen wichtigen Beitrag durch den offenen und konstruktiven Dialog zwischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung.

 

Teilnehmer*innen der Kreislaufwirtschaftsdelegation

  • Ing. Reinhard Backhausen, B.Sc. (ÖGV/KWD) – Vizepräsident des ÖGV, Leiter der Kreislaufwirtschaftsdelegation
  • Eli Widecki, MSc (Baumit) – Head of ESG Strategy
  • Bernhard Fenz (Brantner Green Solutions) – Leiter ESG & Compliance
  • Dr. Gudrun Ghezzo (Ghezzo) – Geschäftsführerin
  • Mag. Mirjana Mully (Austrian Standards) – Head of Communications
  • Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Wimmer (TU Wien) – Leiter des Instituts für Konstruktionswissenschaften und Produktentwicklung
  • Dr. Christian Richter-Schöller (Schiefer Rechtsanwälte) – Partner
  • DI Herbert Schlossnikl (Vöslauer) – Geschäftsführer, Vizepräsident von respACT
  • DI Andreas Anderl (Starlinger) – Project Manager rPP
  • Mag. Dr. Gabriela Straka (respACT) – Vorstandsmitglied und Landeskoordinatorin Oberösterreich, MANZ-Chefredakteurin
  • Dr. Stephan Renner (ÖGUT) – Geschäftsführer
  • DI DI Dr. Christian Schimper (FH Wiener Neustadt) – Leiter des Josef-Ressel-Forschungszentrums ReSTex
  • Markus Zimmermann (RBI) – Industry Lead Packaging, Paper & Households | Consumer & Life Science / Group Corporate
  • Sabine Singer, MSc (Siemens Energy) – Sustainability Manager
  • Dr. Elisabeth Moser-Marzi (Moser Marzi Rechtsanwälte) – Partnerin
  • DI Karl-Heinz Posch (Lohmann & Rauscher) – Director ESG
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