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21. Oktober 2026

Soziale Herkunft, kulturelle Diversität & Religion: Vielfalt als Chance für Unternehmen

45 Teilnehmer*innen diskutierten im ersten Webinar der Reihe „Diversity Dimensions“, wie soziale Herkunft, kulturelle Diversität und Religion Chancen, Zugehörigkeit und Zugänge zum Arbeitsmarkt prägen. Im Mittelpunkt standen Chancengerechtigkeit, Diversitätskompetenz und konkrete Impulse für eine inklusive Unternehmenskultur.

Madeleine Velan, respACT

Im Rahmen der respACT-Projektreihe „Diversity Dimensions“ widmete sich das erste Webinar den Themen soziale Herkunft, kulturelle Diversität und Religion. Gemeinsam mit 45 Teilnehmer*innen aus Unternehmen und Organisationen wurde diskutiert, wie unterschiedliche Lebensrealitäten den Zugang zum Arbeitsmarkt prägen, welche Potenziale kulturelle Vielfalt für Unternehmen birgt und wie ein professioneller Umgang mit religiöser Diversität gelingen kann.

 

Bereits zu Beginn zeigte eine Mentimeter-Abfrage: Vielfalt wird in vielen Organisationen zwar diskutiert oder punktuell bearbeitet, gleichzeitig sehen die Teilnehmer*innen weiterhin großen Handlungsbedarf. Besonders häufig wurden die Gewinnung vielfältiger Talente, Chancengerechtigkeit und interkulturelle Zusammenarbeit genannt. Zudem fühlten sich viele Teilnehmende im Umgang mit religiöser Vielfalt im Arbeitskontext nur teilweise sicher.

 

Kulturelle Vielfalt aktiv gestalten

 

Den ersten Fachinput gestalteten Janin Wutzl (Talent Acquisition and D&I Specialist) und Enikö Somodi (Training Development and D&I Specialist) von Markas. Sie zeigten auf, dass kulturelle Diversität weit über Nationalitäten hinausgeht und sich auch in Werten, Kommunikationsstilen, Erfahrungen und Perspektiven ausdrückt.

 

Anhand konkreter Beispiele erläuterten sie, wie Markas kulturelle Vielfalt fördert und welche Bedeutung Sensibilisierung, gegenseitiger Respekt und gelebte Inklusion für eine erfolgreiche Zusammenarbeit haben. Deutlich wurde dabei: Diversität ist eine Ressource, deren Potenzial sich besonders dort entfaltet, wo aktiv an einer inklusiven Unternehmenskultur gearbeitet wird.

 

Soziale Herkunft als Diversity-Dimension

 

Anschließend rückte Željana Jurić, Gründerin und Geschäftsführerin von buntaž, die soziale Herkunft in den Mittelpunkt. Sie verdeutlichte, wie Bildungswege, finanzielle Möglichkeiten, familiäre Netzwerke oder der Wohnort Berufs- und Karrierechancen beeinflussen können. Ein zentraler Gedanke ihres Vortrags war die Unterscheidung zwischen Gleichbehandlung und Chancengerechtigkeit. Unterschiedliche Ausgangsbedingungen erfordern oftmals unterschiedliche Unterstützungsangebote. Unternehmen können dazu beitragen, Barrieren abzubauen, etwa durch niederschwellige Zugänge zum Arbeitsmarkt, transparente Karrierewege und vielfältige Vorbilder.

 

Der Beitrag machte deutlich, dass soziale Herkunft im Diversity-Diskurs häufig unterschätzt wird, obwohl sie zahlreiche andere Dimensionen überlagert und beeinflusst.

 

Religiöse Vielfalt professionell begleiten

 

Im dritten Impuls widmete sich Şenol Yağdı, Hochschulprofessor für Religionspädagogik, dem Umgang mit Religion im Unternehmenskontext. Er plädierte dafür, religiöse Vielfalt weder zu tabuisieren noch zu problematisieren, sondern als Teil gesellschaftlicher Realität anzuerkennen. Diversitätskompetenz bedeutet aus seiner Sicht auch, unterschiedliche religiöse Perspektiven verstehen und respektvoll einordnen zu können. Voraussetzung dafür sind Dialogbereitschaft, gegenseitiger Respekt und klare organisatorische Rahmenbedingungen. Unternehmen können so zu einem Arbeitsumfeld beitragen, in dem unterschiedliche Überzeugungen Platz haben, ohne zu Konfliktfeldern zu werden.

 

Vielfalt als Zukunftsaufgabe

 

Das Webinar verdeutlichte, wie eng soziale Herkunft, kulturelle Diversität und Religion mit Chancengerechtigkeit, Unternehmenskultur und Fachkräftesicherung verbunden sind. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass viele Unternehmen bereits wichtige Schritte setzen, jedoch weiterhin Potenzial besteht, Vielfalt strategisch mitzudenken und in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.

 

Ein herzlicher Dank gilt Janin Wutzl und Enikö Somodi von Markas, Željana Jurić von buntaž sowie Şenol Yağdı für ihre wertvollen Impulse und den offenen Austausch.

 

In Kooperation mit

 Senol Yagdi

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