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Beim respACT-Webinar am 14.10. ging es darum, wie Unternehmen Biodiversität am eigenen Standort fördern können. Cecile Boisseau von Siemens Mobility, Stefan Faatz-Ferstl von Soilful und Verena Haider von OekoBusiness Wien zeigten konkrete Beispiele, Erfahrungen und Unterstützungsmöglichkeiten auf.
Siemens Mobility stellte die Maßnahmen am Wiener Standort Leberstraße vor. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 an allen umweltrelevanten Siemens-Standorten ein Biodiversitätsschutzprogramm zu etablieren. Grundlage dafür sind die Erfassung und Bewertung der biologischen Vielfalt sowie gezielte Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität vor Ort. Die Biodiversitätsziele wurden dabei in die jährlichen EHS-Ziele integriert. Schrittweise wurden am Standort Leberstraße das Biodiversitätsprogramm aufgebaut. Zunächst wurden die Mitarbeitenden sensibilisiert und eingebunden, danach folgten Maßnahmen wie „No Mow May“, eine Flora-Kartierung, Hochbeete und das Management invasiver Arten.
Ziel ist es, die Biodiversität zu verbessern, Mitarbeitende einzubinden und das Thema in die Standortplanung zu integrieren. Als besonders wichtig für den Erfolg wurden die Mitarbeitenden genannt. Viele Abteilungen haben bei den Projekten mitgeholfen, das Thema wurde regelmäßig über Newsletter und digitale Bildschirme kommuniziert. Externe Partner wie Soilful, Studierende der Sustainability Challenge und die Stadt Wien brachten zusätzliches Wissen und neue Ideen mit.
Der nächste Impuls im Webinar kam von Soilful. Soilful, die auch beim Bau der Hochbeete am Siemens Mobility Standort beteiligt waren, erklärte das ein Unternehmensgarten oft ein guter Einstieg in das Thema ist. Wichtig seien aber nicht nur Pflanzen, sondern auch die Nutzung des Gartens und die Menschen, die sich um ihn kümmern. Klare Aufgaben, gemeinsame Workshops und regelmäßige Pflege machen solche Projekte langfristig erfolgreich. Interessant war auch der Blick über den Garten hinaus: Soilful zeigte, dass Biodiversität mit Wasser, Gebäuden und Klimawandelanpassung zusammenhängt.
Regenwasser kann zum Beispiel auf dem Gelände gehalten und für die Bewässerung genutzt werden. Auch Gebäudebegrünungen können einen Beitrag leisten: Eine dichte Fassadenbegrünung kann Gebäude im Sommer kühlen und verbessert damit zugleich das Mikroklima am Standort. Für größere Standorte können außerdem Hecken, Wasserstellen, Totholzhaufen oder die Entsiegelung von Flächen sinnvoll sein.
OekoBusiness Wien unterstützt Wiener Betriebe seit 1998 bei der Umsetzung von Umweltmaßnahmen. Insgesamt haben bereits mehr als 1.600 Betriebe am Programm teilgenommen. Das Programm vermittelt geprüfte Beraterinnen und Berater, unterstützt bei der Umsetzung von Maßnahmen und macht erfolgreiche Projekte öffentlich sichtbar. Für den Einstieg eignet sich der achtstündige Umwelt-Check. Dabei wird am Standort analysiert, wo die größten Potenziale liegen mit konkreten Empfehlungen.
Für Unternehmen, die Biodiversität gezielt angehen wollen, gibt es das Angebot „BiodiversitätsFit!“. Es wurde 2025 gemeinsam mit dem WWF entwickelt und umfasst 30 geförderte Beratungsstunden mit einem Förderwert von knapp 2.000 Euro. Zusätzlich bietet OekoBusiness Wien die kostenlose Veranstaltungsreihe „Nachhaltigkeit im Betrieb“ sowie Informationen über Newsletter, LinkedIn und einen Podcast.
Biodiversität gelingt am Standort am besten, wenn praktische Maßnahmen, gute Kommunikation und die Mitarbeitenden zusammenkommen. Zugleich wird deutlich, dass Biodiversitätsmaßnahmen direkt mit für Unternehmen ebenso relevanten Themen wie Klimaanpassung, Wassereinsparung und Wasseraufbereitung verbunden sind.
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